Wohnungsnot in der Stadt – Leerstand auf dem Land

Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise boomt, aus Sorge vor einer möglichen Inflation, der Immobilienmarkt. Allerdings betrifft das fast ausschließlich die Städte, während sich zeitgleich die ländlichen Gebiete immer mehr leeren. Parallel dazu, dass sich in den großen deutschen Metropolen allmählich eine beginnende Wohnungsnot abzeichnet, droht in vielen kleineren Gemeinden ein Wohnungsleerstand. Zwei Hauptgründe für diese Entwicklung, ermittelt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), bei der Analyse der Mietentwicklung. Wichtigste Ursache ist die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Städte. Auch die letzten bis vor zehn, zwanzig Jahren noch auf dem Land vorhandenen handwerklichen Betriebe, sind inzwischen in die großen Städte gezogen und selbst die Versorgung der verbliebenen Anwohner ist dort kaum noch gesichert. Vor allem junge Leute ziehen deshalb, notgedrungen, hinterher. Dazu kommt die sinkende Geburtenrate, so dass immer mehr Wohnungen und Häuser auf dem Land unbewohnt bleiben. Die IW-Analyse kommt deshalb zu dem Schluss, dass „der Run auf die Großstädte […] das Überangebot an freien Wohnungen in den ländlichen Regionen noch verstärken“ wird. Für die Analyse wurden Angebot und Nachfrage nach Wohnimmobilien aller 402 Landreise und kreisfreier Städte, in Beziehung zum Bedarf untersucht. Rund 20 Prozent aller vorhandenen Wohnungen sollen demnach, bis 2030, leer bleiben. Alternativ halten die Analysten es für möglich, dass Deutsche zukünftig in größeren Wohnungen leben werden. Bereits zwischen 1995 und 2011 stieg der sogenannte Wohnflächenkonsum um 21 Prozent – was allerdings auch daran liegt, dass immer mehr Menschen allein leben, wodurch sich automatisch eine größere Pro-Kopf-Wohnfläche ergibt.

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