Wohnen im Gotteshaus

Der Rückgang der gläubigen Christen, die regelmäßig die Kirchen besuchen, zwingt die Gemeinden immer mehr Kirchen zu schließen. Da die Unterhaltskosten der Kirchen sich bei langfristigem Leerstand nicht lohnen, werden die meisten der geschlossenen Kirchen verkauft. Bisher bemühten sich die Kirchengemeinden, die „Gotteshäuser“ an andere religiöse Verbände, zweckgebunden zu verkaufen. Fanden sich keine religiösen Nachfolger, so sollten die Gebäude doch zumindest für Kunst und Kulturprojekte genutzt werden. Doch das Angebot an Kirchen ist größer als die Nachfrage und so beginnen die beiden Staatskirchen allmählich, geschlossenen Kirchen auch an private Käufer zu verkaufen. Unter der Schirmherrschaft der Darlehnskasse Münster wurde jetzt ein Internetportal für Kirchenimmobilien eingerichtet. Inzwischen konnten erste Kirchen in Wohnungen umgebaut werden. Das ist besonders für Innenarchitekten eine reizvolle Aufgabe – für normale Mieter und Käufer allerdings kaum zu bezahlen. Doch allmählich sinken auch hier die Preise und die Bistümer können es sich nicht mehr leisten, auf eine „angemessene Nachnutzung“ zu bestehen. Ab rund 200 Quadratmeter Wohnfläche können auf www.immonet.de Kirchen mit und ohne angeschlossenen Wohnhäusern gekauft werden

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