Bausparvertrag und Immobilienkredit kombinieren – wann es sich lohnt und wie ich es gemacht habe

Als ich das erste Mal vom „klassischen Bausparvertrag“ gehört habe, musste ich ehrlich gesagt lachen. Ich dachte: „Das ist doch so ein Ding aus den 80ern, macht das heute überhaupt noch Sinn?“ Aber als ich mich dann intensiver mit meiner Immobilienfinanzierung auseinandergesetzt habe, hab ich gemerkt: In Kombination mit einem normalen Immobilienkredit kann ein Bausparvertrag richtig clever sein. Und genau darum soll’s heute gehen – inklusive meiner persönlichen Erfahrung.

Was steckt hinter der Kombination?

Die Idee ist eigentlich simpel:

  • Du nimmst einen Immobilienkredit auf, um sofort deine Immobilie zu finanzieren.
  • Parallel dazu läuft ein Bausparvertrag, den du regelmäßig besparst.
  • Sobald der Bausparvertrag „zuteilungsreif“ ist, löst er einen Teil deines teuren Kredits ab oder sichert dir einen günstigen Anschlusszins.

Mit anderen Worten: Du kombinierst kurzfristige Flexibilität mit langfristiger Zinssicherheit.

Meine persönliche Erfahrung mit der Kombi

Bei meiner zweiten Finanzierung war die Lage so: Ich brauchte sofort 250.000 € Kredit, hatte aber Angst vor steigenden Zinsen in 10 oder 15 Jahren. Mein Berater schlug mir deshalb vor, 150.000 € als Annuitätendarlehen aufzunehmen und gleichzeitig einen Bausparvertrag über 100.000 € abzuschließen.

Klingt erstmal nach mehr Aufwand, aber es hatte zwei Vorteile:

  1. Ich wusste schon jetzt, dass ich später einen fixen Zins für den Bauspardarlehensteil bekomme.
  2. Ich konnte den Kredit flexibler steuern, weil ich Teile mit Sondertilgung und Teile mit Bausparvertrag kombiniert habe.

Die Vorteile dieser Strategie

  • Planungssicherheit: Gerade in unsicheren Zinszeiten gibt dir der Bausparvertrag Ruhe.
  • Flexibilität: Du kannst schon heute festlegen, dass du in 10 Jahren einen bestimmten Kredit ablöst.
  • Förderungen: Viele Bausparverträge bieten staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage).

Die Nachteile darf man nicht verschweigen

Ich hab auch gemerkt: Ganz ohne Haken ist das nicht.

  • Kosten: Abschlussgebühren für den Bausparvertrag (oft 1 % der Bausparsumme).
  • Disziplin nötig: Du musst regelmäßig einzahlen, sonst wird das Modell wacklig.
  • Nicht immer günstiger: Wenn die Zinsen langfristig niedrig bleiben, war der Bausparvertrag manchmal „zu teuer“.

Für wen lohnt sich die Kombi?

Meiner Erfahrung nach vor allem für Leute, die langfristig denken. Wenn du in 8–15 Jahren noch eine hohe Restschuld hast, aber schon jetzt weißt, dass du keine böse Überraschung willst, ist die Kombi aus Immobilienkredit + Bausparvertrag super.
Wenn du dagegen flexibel bleiben un auf fallende Zinsen hoffen willst, bist du mit einem reinen Annuitätendarlehen besser dran.

Ich hab die Kombi damals nicht bereut. Klar, es kostet ein bisschen mehr Disziplin und am Anfang auch zusätzliche Gebühren – aber das Gefühl, schon heute einen Teil der Zukunftszinsen abgesichert zu haben, war für mich Gold wert.
Wenn du also gerade überlegst, wie du deine Finanzierung langfristig stabil aufstellst, dann unterschätze den Bausparvertrag als Ergänzung nicht. Er ist nicht altmodisch, sondern in der richtigen Konstellation extrem nützlich.


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