Wie viel Haus kannst du dir wirklich leisten? – Eine ehrliche Rechnung ohne Schönfärberei

27. Januar 2026 | Immobilien-Ratgeber

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Artikel beginne. Nicht mit Zahlen, nicht mit Formeln, sondern mit einer einfachen Beobachtung:
Die meisten Menschen kaufen kein Haus, das sie sich leisten können, sondern eines, das sie sich gerade noch zutrauen. Und genau da liegt das Problem.


Leistbar ist nicht gleich genehmigt

Ein Immobilienkredit wird oft mit einem Satz begonnen wie: „Die Bank würde Ihnen bis zu 420.000 Euro finanzieren.“
Dieser Satz klingt wie eine Einladung. In Wahrheit ist er nur eine Obergrenze, keine Empfehlung.
Denn Banken rechnen technisch: Einkommen, Pauschalen, Risikomodelle.
Du lebst aber nicht technisch. Du lebst real.
Leistbar heißt nicht:
Die Rate passt irgendwie ins Monatsbudget.

Leistbar heißt:
Du kannst sie zahlen, auch wenn das Leben dazwischenfunkt.


Die stille Gefahr der schönen Rechnung

Viele Haushaltsrechnungen sehen auf dem Papier gut aus.
Einnahmen minus Ausgaben = Plus.

Was oft fehlt, sind die unsichtbaren Posten:
Urlaube, Autoreparaturen, steigende Energiepreise, Reparaturen am Haus, Kinder, Lebensveränderungen.
Nicht alles auf einmal – aber immer wieder.

Ich habe schon so viele Rechnungen gesehen, bei denen am Ende 300 Euro „Puffer“ standen.
Das ist kein Puffer. Das ist Hoffnung.


Eine einfache, ehrliche Faustregel

Ich mag keine komplizierten Finanzformeln, wenn es um Lebensentscheidungen geht.
Darum halte ich es bewusst simpel:

Die monatliche Kreditrate sollte sich auch dann noch gut anfühlen, wenn dein Einkommen 10–15 % niedriger wäre als heute.

Nicht rechnerisch machbar.
Gefühlt tragbar.

Wenn du bei dieser Vorstellung nervös wirst, ist das ein Zeichen – kein Versagen.


Warum weniger Haus oft mehr Leben bedeutet

Ich kenne Menschen in riesigen Häusern, die ständig rechnen müssen.
Und andere in kleineren Häusern, die ruhig schlafen, Rücklagen haben, reisen, leben.

Mehr Quadratmeter bedeuten nicht automatisch mehr Lebensqualität.
Oft bedeuten sie einfach mehr Verpflichtung.

Ein Haus soll dich tragen – nicht umgekehrt.


Die wichtigste Frage, die dir niemand stellt

Nicht: Wie viel können Sie finanzieren?
Sondern:
Wie wollen Sie leben, während Sie finanzieren?

Willst du jedes Jahr überlegen müssen, ob der Urlaub drin ist?
Willst du bei jeder Reparatur nervös werden?
Oder willst du ein Zuhause, das dir Sicherheit gibt – nicht Druck?

Diese Frage beantwortet kein Bankberater. Die beantwortest nur du selbst.


Ein gutes Haus fühlt sich nicht nur beim Einzug richtig an, sondern auch zehn Jahre später.
Wenn du dir heute Luft lässt, schenkst du dir morgen Freiheit. Nicht das maximale Darlehen ist der richtige Weg.
Sondern der, bei dem du abends ruhig auf dem Sofa sitzt und denkst:
Ja. Das passt zu meinem Leben.