Die größte Fehleinschätzung meines Immobilienlebens

8. Januar 2026 | Immobilien-Ratgeber

Ich dachte, ich hätte alles im Griff.
Ich hatte gerechnet, verglichen, geplant.
Ich war vorbereitet – zumindest glaubte ich das.
Und trotzdem lag ich bei einer Sache komplett daneben.
Nicht beim Preis.
Nicht bei der Finanzierung.
Nicht bei der Lage.
Sondern bei mir selbst.


Ich dachte, Sicherheit kommt durch Besitz

Das war mein größter Denkfehler.
Ich war überzeugt: Wenn ich Eigentum habe, bin ich sicher.
Sicher vor Mieterhöhungen.
Sicher vor Kündigungen.
Sicher vor Unsicherheit.
In meinem Kopf war Eigentum gleich Stabilität.
Ein festes Fundament – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Was ich unterschätzt habe:
Eigentum nimmt dir nicht die Sorgen.
Es verlagert sie.


Die Sorgen wechseln nur die Form

Als Mieter hatte ich Angst vor dem Vermieter.
Als Eigentümer hatte ich Angst vor Rechnungen.
Heizung kaputt? Mein Problem.
Dach undicht? Mein Problem.
Zinsen steigen? Mein Problem.
Ich erinnere mich an Nächte, in denen ich nicht wegen der Rate wach lag – sondern wegen der Verantwortung.
Weil plötzlich alles an mir hing.
Das hatte mir vorher niemand gesagt.
Und ich hatte auch nicht danach gefragt.


Ich habe unterschätzt, wie sehr Entscheidungen binden

Ein Immobilienkauf ist keine Entscheidung für heute.
Er ist eine Entscheidung für Versionen von dir, die du noch gar nicht kennst.
Für den Alex in fünf Jahren.
Für den Alex in zehn Jahren.
Ich dachte, ich bleibe flexibel.
In Wahrheit habe ich mir ein sehr solides, sehr schweres Korsett angelegt.
Nicht falsch.
Aber schwerer, als ich erwartet hatte.


Was ich heute anders sehe

Ich sehe Eigentum nicht mehr als Ziel.
Sondern als Werkzeug.

Es kann Sicherheit geben – wenn es zur Lebensphase passt.
Es kann Freiheit schaffen – wenn es finanziell entspannt ist.

Aber es kann auch belasten, wenn man es aus den falschen Gründen eingeht.
Aus Angst.
Aus Druck.
Aus dem Gefühl, „jetzt müsse man“.


Meine größte Fehleinschätzung war nicht finanzieller Natur.
Sie war emotional.
Ich habe geglaubt, ein Haus würde mir Sicherheit geben.
In Wahrheit musste ich lernen, Sicherheit selbst zu tragen.

Heute weiß ich:
Immobilien lösen keine Lebensfragen.
Sie verstärken nur die Antworten, die du schon in dir hast.