Der 48-Stunden-Kredit: Die ultimative Unterlagen-Checkliste für deine Baufinanzierung (und wie du den Banker glücklich machst)

19. Februar 2026 | Immobilien-Ratgeber

Stellt euch vor: Ihr habt nach monatelanger Suche endlich das Traumhaus gefunden. Der Preis ist verhandelt, der Makler drängelt, weil angeblich noch drei andere Interessenten Schlange stehen. Jetzt muss es schnell gehen. Ihr braucht die Zusage von der Bank, am besten gestern.
Und dann schickt euch der Bankberater eine E-Mail mit einer Liste an geforderten Dokumenten, die länger ist als der Kassenbon beim Wocheneinkauf. Willkommen im Papierkrieg!
Ich sag euch heute mal ein Geheimnis: Der Hauptgrund, warum Finanzierungen sich über Wochen hinziehen, ist nicht die langsame Bank. Es sind unvollständige, chaotische Unterlagen. Wenn ihr dem Banker einen Gefallen tut und alles perfekt vorbereitet, habt ihr die Zusage oft schon nach 48 Stunden auf dem Tisch.

Hier ist meine knallharte Checkliste. Teilt sie euch ein in zwei Kategorien: Den finanziellen Striptease und die Haus-Akte.

Teil 1: Eure Bonität (Der finanzielle Striptease)

Die Bank will wissen, wer ihr seid und ob ihr euch die monatliche Rate auch dann noch leisten könnt, wenn das Auto mal in die Werkstatt muss.

  • Die letzten 3 Gehaltsnachweise: Lückenlos. Wenn ihr zwischendurch den Job gewechselt habt, packt auch den neuen Arbeitsvertrag dazu (Stichwort: Probezeit bestanden?).
  • Die Dezember-Abrechnung vom Vorjahr: Warum? Weil da das kumulierte Jahresbrutto, Weihnachtsgeld und Boni draufstehen. Banker lieben diese eine Seite.
  • Aktueller Rentenbescheid: Ja, auch wenn ihr erst 35 seid. Die Bank rechnet oft bis in die Rente durch, wenn der Kredit lange läuft.
  • Nachweis über Eigenkapital: Ein Screenshot aus eurer Banking-App reicht meistens nicht. Zieht euch offizielle Kontoauszüge der letzten 4 Wochen, wo das Tagesgeld oder das Aktiendepot draufsteht.
  • Kontoauszüge des Gehaltskontos: Meistens die letzten 4 bis 6 Wochen, lückenlos. Und Leute, kleiner Tipp unter uns: Wenn da drei Rücklastschriften wegen mangelnder Deckung drauf sind oder wöchentliche Zahlungen an Online-Casinos… wartet lieber noch ein paar Monate mit dem Antrag.
  • Kopie Personalausweis: Vorder- und Rückseite, gut lesbar.

(Wenn ihr selbstständig seid, sieht die Welt übrigens ganz anders aus. Da braucht ihr BWA, Jahresabschlüsse der letzten 2-3 Jahre und den letzten Einkommensteuerbescheid. Das ist ein eigenes Thema für sich!)

Teil 2: Das Objekt (Was genau kauft ihr da?)

Die Bank gibt euch das Geld nicht für eure schönen blauen Augen, sondern weil das Haus als Sicherheit (Pfand) dient. Dafür muss sie genau wissen, was die Hütte wert ist.

  • Ein aussagekräftiges Exposé: Mit schönen, aber realistischen Fotos (innen und außen).
  • Aktueller Grundbuchauszug: Ganz wichtig: Er darf meistens nicht älter als 3 Monate sein! Wenn der Makler euch einen Auszug von 2021 in die Hand drückt, schickt ihn gleich nochmal los zum Amtsgericht.
  • Wohnflächenberechnung: Das ist oft der Dealbreaker. Die Bank akzeptiert keine „ca. 120 qm“ Angaben. Sie braucht eine unterschriebene Berechnung (nach WoFlV oder DIN 277). Fehlt die, stoppt die Bearbeitung sofort.
  • Flurkarte / Liegenschaftskarte: Zeigt, wo genau das Haus auf dem Grundstück steht. Auch hier: Bitte möglichst aktuell.
  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten: Vom Architekten oder aus der ursprünglichen Bauakte.
  • Energieausweis: Ist gesetzlich Pflicht beim Verkauf, die Bank will ihn für ihre internen Nachhaltigkeits-Quoten (ESG) mittlerweile auch fast immer sehen.
  • Entwurf des Kaufvertrags: (Wenn schon vorhanden).

Achtung beim Wohnungskauf (ETW): Wenn ihr eine Wohnung kauft, braucht ihr zusätzlich zwingend die Teilungserklärung und die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung (Erinnert ihr euch an meinen letzten Artikel?).

Teil 3: Wenn ihr baut oder saniert (Der Ausblick)

Kauft ihr keinen Bestand, sondern baut neu oder saniert ein altes Haus kern, braucht die Bank noch Futter für die Zukunft:

  • Baugenehmigung: (Oder zumindest der Nachweis, dass sie beantragt ist).
  • Detaillierte Baukostenaufstellung: Hier scheitern viele. Schreibt nicht einfach „Bad: 15.000 Euro“ auf einen Zettel. Nutzt vernünftige Excel-Tabellen oder Vordrucke, unterschrieben vom Architekten oder Bauträger.
  • Werkvertrag / Bauvertrag: Wenn ihr schlüsselfertig mit einem Anbieter baut.

Alex‘ ultimativer Hack für die schnelle Zusage

Ich habe früher selbst auf der Bankseite gesessen. Wisst ihr, was Banker hassen?

Wenn Kunden 35 einzelne, unscharfe Fotos von Dokumenten per WhatsApp oder in fünf verschiedenen E-Mails schicken. Am besten noch verdreht, sodass man sich den Hals verrenkt am Monitor. Da rutscht eure Akte sofort ganz nach unten in den Stapel.

Macht es so:
Besorgt euch eine Scanner-App fürs Handy (oder nutzt einen echten Scanner). Erstellt zwei saubere, zusammenhängende PDF-Dateien.
Eine Datei nennt ihr „Bonitaetsunterlagen_Max_Mustermann.pdf“ und die andere „Objektunterlagen_Musterstrasse_1.pdf“.

Wenn ihr dem Banker diese beiden sauberen Dateien schickt, wird er euch innerlich umarmen. Die Prüfung dauert dann oft wirklich nur 24 bis 48 Stunden, weil er nichts suchen oder nachfordern muss.
Bereitet euch vor, bevor ihr den Makler verrückt macht. Wer die Mappe schon fertig in der Schublade hat, kriegt am Ende meistens den Zuschlag fürs Haus, weil er sofort handlungsfähig ist.

Viel Erfolg beim Papiere sammeln!