Archiv der Kategorie: Meine Erfahrungen

Wenn der Immobilienkauf platzt – und der Kredit schon vorbereitet war: Mein Erfahrungsbericht und was du beachten solltest

Dieser Artikel fällt mir nicht ganz leicht. Ich war vor einiger Zeit selbst in der Situation: Alles sah gut aus, ich hatte die Finanzierung vorbereitet, Unterlagen eingereicht, Zins gesichert – und dann kam der Anruf: „Wir haben uns für einen anderen Käufer entschieden.“
Der Immobilienkauf war geplatzt.
Ich stand mit einem genehmigten Kredit da – aber ohne Immobilie.
Was dann?
In diesem Beitrag zeige ich dir, was in so einem Fall wichtig ist, welche Rechte und Pflichten du hast – und wie ich persönlich damit umgegangen bin.


Ausgangssituation: Kredit fast abgeschlossen, Immobilie plötzlich weg

Ich hatte mit dem Verkäufer bereits über den Notartermin gesprochen. Der Kaufpreis war fix, ich hatte alle Objektunterlagen eingereicht, die Finanzierung war in trockenen Tüchern.
Doch noch vor der Unterschrift beim Notar rief mich der Makler an:
„Es tut mir leid, die Eigentümer haben sich kurzfristig für einen anderen Käufer entschieden. Wir danken für Ihr Interesse.“

Ein Schock. Ich war sauer, enttäuscht – und hatte das Gefühl, komplett umsonst Zeit und Geld investiert zu haben.


Die wichtigste Frage: Warst du bereits beim Notar?

Diese Frage entscheidet über fast alles.

  • Wenn der Kaufvertrag beim Notar bereits unterschrieben wurde, ist der Kauf rechtskräftig.
    Dann kann man nur noch zurücktreten, wenn der Vertrag eine Rücktrittsklausel enthält (z. B. wegen Finanzierungszusage oder Baumängel).
    Ist der Vertrag unterschrieben und du steigst aus, können Schadensersatzforderungen auf dich zukommen.
  • Wenn der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben wurde, ist rechtlich noch nichts bindend.
    Auch ein bereits erstellter Finanzierungsvertrag ist – je nach Stand – kündbar oder aufschiebend bedingt.

Was passiert mit dem Kredit?

Das hängt davon ab, wie weit der Antrag bei der Bank war.

1. Kredit nur angefragt, aber noch nicht unterschrieben

Kein Problem. Der Antrag kann einfach verworfen werden. Auch eine Finanzierungszusage ist noch kein bindender Vertrag – solange du nichts unterschrieben hast.

2. Kreditvertrag bereits unterschrieben

Jetzt wird es ernster. Einige Banken binden die Finanzierung an ein konkretes Objekt.
Wenn dieses nicht gekauft wird, kann der Vertrag unwirksam sein oder aufgelöst werden – manchmal mit Bearbeitungsaufwand.
Andere Banken sehen den Kredit als fest abgeschlossen – dann zahlst du womöglich Bereitstellungszinsen oder musst eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen.

Mein Tipp:
Unbedingt mit der Bank sprechen – viele sind kulant, wenn du zeitnah ein anderes Objekt findest.


Muss ich mit Kosten rechnen?

Leider ja, je nach Phase:

  • Kosten für Gutachten oder Bewertung – wenn die Bank bereits einen Gutachter geschickt hat
  • Kosten für Notartermine, die kurzfristig abgesagt wurden – wenn Termine gebucht, aber nicht wahrgenommen wurden
  • Bereitstellungszinsen, wenn du den Kredit nicht abrufst, aber er bereitgestellt wurde
  • Bearbeitungsgebühren, wenn eine Bank das explizit vertraglich vereinbart hat (selten, aber möglich)

Wie ich es gelöst habe

Ich hatte den Kreditvertrag unterschrieben – allerdings mit einem Vorbehalt: Die Auszahlung war an die Vorlage des unterschriebenen Kaufvertrags gebunden.
Dadurch war ich rechtlich abgesichert. Die Bank hat mir 6 Monate Zeit gegeben, ein neues Objekt zu finden. Ich musste weder Zinsen noch Gebühren zahlen.
Innerhalb von 4 Monaten habe ich dann tatsächlich ein anderes Haus gefunden – und dieselbe Finanzierung weiter genutzt.


Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

  • Noch klarere Kommunikation mit der Bank, unter welchen Bedingungen der Kredit gilt
  • Kreditvertrag erst unterschreiben, wenn Notartermin wirklich fix ist
  • Makler oder Verkäufer auf Absicherung ansprechen, z. B. durch Reservierungsvereinbarung
  • Alle Nebenkosten bewusst einkalkulieren, auch wenn der Kauf scheitert

Ein geplatzter Immobilienkauf ist frustrierend – aber kein Weltuntergang.
Wichtig ist, dass du ruhig bleibst, rechtzeitig mit der Bank kommunizierst und deine rechtliche Lage kennst.
Ich bin im Nachhinein sogar froh, dass es nicht das erste Objekt geworden ist – das zweite war günstiger, besser in Schuss und passte langfristig einfach besser.

Wenn du in einer ähnlichen Situation bist, schreib mir gern. Ich helfe dir gern weiter und teile meine Erfahrungen – aus erster Hand.

Immobilien als Altersvorsorge – warum ich mein Haus niemals verkaufen würde

Ich habe mein Haus vor über 20 Jahren gekauft. Damals nicht mit dem Gedanken an Rente oder Altersvorsorge, sondern weil ich einfach eine Familie gründen wollte, Platz brauchte und diese ewigen Mieterhöhungen satt hatte. Heute – mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte – bin ich heilfroh, dass ich mich damals für den Kauf entschieden habe. Denn jetzt, wo das Thema Ruhestand langsam näher rückt, wird mir klar: Dieses Haus ist mehr als nur vier Wände. Es ist meine beste Altersvorsorge.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum eine eigene Immobilie im Alter Gold wert sein kann – und worauf du achten solltest, wenn du langfristig planst.


Miete im Alter? Lieber nicht!

Eines ist klar: Die Mieten steigen. Und das wird sich auch in Zukunft kaum ändern, gerade in Ballungszentren oder beliebten Regionen. Wer im Alter noch zur Miete wohnt, muss mit einem erheblichen Teil seiner Rente für die Wohnkosten rechnen – oft 30, 40 oder sogar 50 % des Einkommens. Und dann kommen noch Nebenkosten, Reparaturen, Anpassungen fürs Alter… Da bleibt am Ende nicht mehr viel übrig.
Wenn du dein Haus irgendwann abbezahlt hast, hast du plötzlich genau diese monatliche Belastung nicht mehr. Du lebst mietfrei. Und das ist – aus heutiger Sicht – fast schon ein Luxus.


Immobilienwert steigt – meistens jedenfalls

Natürlich kann niemand garantieren, dass die Immobilienpreise weiter steigen. Aber langfristig – und das zeigt die Vergangenheit ziemlich deutlich – entwickeln sich Immobilien meist stabil nach oben. Klar, es gibt Schwankungen. Auch mal Rücksetzer. Aber wer nicht spekuliert, sondern einfach drin wohnt und langfristig denkt, profitiert fast immer vom Wertzuwachs.
Ich könnte mein Haus heute locker für das Doppelte verkaufen. Mach ich aber nicht. Denn was nützt mir ein Batzen Geld, wenn ich dann wieder zur Miete wohne? Für mich macht’s mehr Sinn, das Eigentum zu behalten – auch wenn ich dafür Verantwortung trage.


Barrierefrei? Daran sollte man früh denken

Was ich früher nicht auf dem Schirm hatte, ist die Barrierefreiheit. Wenn man jung ist, ist eine steile Treppe kein Problem. Heute sehe ich das anders. Deshalb habe ich vor ein paar Jahren angefangen, mein Haus altersgerecht umzubauen: bodengleiche Dusche, breitere Türen, keine Stolperfallen.
Solche Maßnahmen kosten Geld – keine Frage. Aber sie sorgen dafür, dass ich auch in 20 Jahren noch hier wohnen kann. Und das ist am Ende unbezahlbar. Wer neu baut oder saniert, sollte solche Dinge mitdenken. Auch wenn sie in dem Moment noch nicht nötig erscheinen.


Mein Haus ist mein Rückzugsort – jetzt und später

Ich weiß nicht, wie hoch meine Rente mal sein wird. Und ehrlich gesagt – ich will mich auch nicht darauf verlassen. Was ich aber weiß: Mein Haus gibt mir Sicherheit. Ich muss keine Angst vor Mieterhöhungen haben, kein neues Zuhause suchen, keine Kisten mehr packen. Ich bleib einfach hier. Mit all den Erinnerungen, all den Ecken und Macken, die dieses Haus über die Jahre liebenswert gemacht haben.
Wenn du überlegst, ob sich der Hauskauf lohnt – auch mit Blick aufs Alter – dann sag ich: Ja, definitiv. Es ist kein leichter Weg, oft mit Hürden verbunden, und manchmal auch mit Zweifeln. Aber am Ende ist es eine Investition in dich selbst. Und die zahlt sich immer aus.

Wohnungsbesichtigungen effizient organisieren – so spare ich Zeit, Nerven und finde die richtigen Mieter

Früher war’s bei mir oft ein Durcheinander: 15 Bewerber auf einmal, kein Parkplatz, Stress, Lärm – und am Ende trotzdem kein gutes Gefühl bei der Auswahl. Heute läuft das deutlich anders. Ich habe ein System entwickelt, das mir weniger Aufwand, bessere Gespräche und zuverlässige Mietinteressenten bringt.
Und genau dieses System teile ich heute mit dir.


1. Das Inserat – so filtere ich schon im Vorfeld

Ich schreibe meine Wohnungsanzeigen mittlerweile sehr klar und ehrlich. Ich gebe Folgendes immer an:

  • Gesuchte Mietergruppe (z. B. Einzelperson, Nichtraucher, keine Haustiere)
  • Gesamtmiete (warm!), damit es keine Überraschungen gibt
  • Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten extra
  • Kaution
  • Und: Ich schreibe dazu, dass vollständige Unterlagen mitgebracht werden sollen (Schufa, Gehaltsnachweis, Ausweiskopie, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung)

Das klingt streng – aber es filtert. Ich bekomme dadurch weniger, aber qualitativ bessere Anfragen.


2. Besichtigungstermine bündeln – keine Einzelshows mehr

Früher habe ich einzelne Termine vergeben. Heute mache ich das gebündelt:

  • Max. 3–4 Interessenten pro Zeitfenster (jeweils 20 Minuten versetzt)
  • Nie mehr als 1 Stunde insgesamt
  • Immer nur an einem festen Tag (z. B. Samstagvormittag)

Ich schreibe den Interessenten eine kurze Mail:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich biete Besichtigungen am Samstag, den 20. Juli, zwischen 10:00 und 11:00 Uhr an. Bitte bringen Sie alle Unterlagen direkt mit. Ich freue mich auf Sie!“

Wer dann nicht kann – Pech gehabt. Ich richte mich nicht mehr nach jedem. Mein Aufwand ist damit auf ein Minimum reduziert.


3. Vor-Ort-Ablauf – freundlich, aber fokussiert

Wenn die Interessenten zur Besichtigung kommen, achte ich auf folgende Punkte:

  • Wohnung gut gelüftet, sauber, neutral riechend
  • Unterlagenbox am Eingang (Papier oder digital per QR-Code)
  • Ich führe kurz durch die Wohnung, beantworte Fragen – aber bleibe sachlich
  • Am Schluss: „Danke für Ihr Kommen – ich melde mich bis spätestens Montag.“

Ich mache keine Zusagen vor Ort. Ich nehme mir danach 1–2 Stunden Zeit, alle Interessenten in Ruhe zu bewerten.


4. Wie ich meine Entscheidung treffe – kein Bauchgefühl allein

Ich erstelle mir eine kleine Liste mit Punkten:

  • Einkommensnachweis: Passt das zur Miete?
  • Schufa: Unauffällig?
  • Eindruck beim Gespräch: Verbindlich, freundlich, ehrlich?
  • Wohndauer: Planen sie langfristig?
  • Vorvermieterbescheinigung: Gibt’s Probleme?

Ich vergebe intern Punkte und nehme dann die 2–3 besten Kandidaten in die engere Wahl. Oft rufe ich noch mal kurz an oder stelle eine Rückfrage.


5. Mietvertrag und Zusage – transparent und verbindlich

Dem ausgewählten Mieter schicke ich innerhalb von 48 Stunden eine Zusage mit Entwurf des Mietvertrags. Ich vereinbare direkt einen Vertragsunterzeichnungstermin – kein Rumgeeier.

Allen anderen sage ich kurz und freundlich ab. Ich halte nichts von Ghosting.


Klare Abläufe – entspannte Besichtigungen

Früher waren Wohnungsbesichtigungen für mich purer Stress. Heute sind sie ein gut durchgeplanter Baustein in meinem Vermietungsprozess. Wichtig ist für mich:

  • Filter im Inserat
  • Bündelung der Termine
  • Klarer Ablauf vor Ort
  • Sachliche Auswertung danach
  • Und: Schnelle Rückmeldung an die Interessenten

So habe ich in den letzten Jahren nur noch verlässliche Mieter gefunden – und viele Rückmeldungen bekommen wie: „So professionell war das selten.“
Im nächsten Beitrag zeige ich dir vielleicht, wie ich Mietverträge aufsetze und warum ich immer eine individuelle Klausel zu Schönheitsreparaturen einfüge.

Nebenkosten beim Hauskauf: Die versteckten Ausgaben, die richtig wehtun können

Wenn man sich das erste Mal ernsthaft mit dem Gedanken trägt, ein Haus zu kaufen, dann rechnet man meistens mit dem Kaufpreis – logisch. Man schaut auf den Preis auf dem Exposé, rechnet vielleicht noch ein bisschen Modernisierung drauf – und denkt: „Okay, das krieg ich irgendwie gestemmt.“ Genau da hab ich früher auch gesessen, mit Taschenrechner in der Hand, voller Euphorie. Bis dann die Realität der Nebenkosten kam. Die können einem nämlich die Kalkulation ordentlich durcheinanderwirbeln – und das sogar ziemlich schnell.
In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Nebenkosten beim Hauskauf auf dich zukommen, warum du sie keinesfalls unterschätzen darfst und wie du böse Überraschungen vermeidest. Ich sprech aus Erfahrung, glaub mir.


Grunderwerbsteuer – der unsichtbare Klopper

Einer der größten Posten, den viele Käufer im ersten Moment unterschätzen, ist die Grunderwerbsteuer. Die fällt immer dann an, wenn du ein Grundstück oder eine Immobilie kaufst – und zwar je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % vom Kaufpreis.
Ich lebe in Sachsen, da sind es 3,5 %. Klingt erstmal okay – aber bei einem Haus für 350.000 € sind das schon mal über 12.000 € extra. In Nordrhein-Westfalen wärst du da übrigens mit über 22.000 € dabei. Kein Pappenstiel, oder?


Notar und Grundbuch – Pflicht und Preis zugleich

Kein Kaufvertrag ohne Notar – das weiß inzwischen jeder. Aber was viele nicht wissen: Der Notar kassiert nicht schlecht. Rechne mal mit rund 1,5 % des Kaufpreises für Notar und Grundbuchamt zusammen.

Das deckt nicht nur den Kaufvertrag ab, sondern auch die Auflassungsvormerkung, die Eigentumsumschreibung und, wenn du einen Kredit aufnimmst, auch die Grundschuldbestellung. Das geht alles über den Notar, der dafür Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz verlangt – ganz ohne Verhandlungsspielraum.


Maklergebühren – teuer und regional sehr unterschiedlich

Wenn ein Makler im Spiel ist, kommt nochmal ein ordentlicher Brocken obendrauf. In vielen Bundesländern wird die Provision zwischen Käufer und Verkäufer geteilt – also 3,57 % für jede Seite. Aber es gibt auch Ecken, wo der Käufer die gesamte Provision zahlen muss.
Ich hatte einmal ein Haus im Auge, bei dem 7,14 % Käuferprovision fällig gewesen wären – das hätte mich fast umgehauen. Am Ende hab ich’s nicht genommen, nicht zuletzt deshalb.


Renovierung, Umzug & Co. – der unterschätzte Kostenblock

Kaum jemand zieht in ein gekauftes Haus ein, ohne irgendwas zu renovieren. Mal sind’s nur die Wände, mal das Bad, manchmal gleich das Dach. Je nachdem, was du machen willst (oder musst), können da schnell noch mal 10.000 bis 50.000 Euro fällig werden.
Und der Umzug? Der kostet auch. Sei es durch eine Spedition oder einfach durch viele kleine Posten wie Mietwagen, Verpackungsmaterial, neue Möbel oder doppelte Mieten, falls sich der Einzug verzögert.


Mein Tipp: Reserve einplanen – und zwar ordentlich

Wenn ich heute nochmal ein Haus kaufen würde, würde ich von Anfang an mit mindestens 10–15 % Nebenkosten rechnen – lieber etwas mehr. Und obendrauf würde ich mir noch einen Sicherheitspuffer für Unvorhergesehenes gönnen. Denn eines ist sicher: Irgendwas kommt immer.
Ich sag’s mal so: Der Hauskauf ist kein Wocheneinkauf. Wer hier knapp kalkuliert, kann böse auf die Nase fallen – und dann wird aus dem Traumhaus schnell ein Sorgenkind.

Wenn du dir unsicher bist, wie du die Nebenkosten richtig kalkulierst oder wie du sie vielleicht sogar etwas senken kannst – meld dich bei mir. Ich helfe dir gern, damit dein Hauskauf nicht zur Kostenfalle wird.

Eigenbedarf anmelden – wie ich eine Kündigung wegen Eigenbedarf vorbereitet habe

Als privater Vermieter steckt man oft in einem Spagat: Einerseits will man als Mensch fair und rücksichtsvoll handeln, andererseits muss man manchmal Entscheidungen treffen, die für den Mieter unbequem sind. So war es bei mir auch, als ich mich entschloss, eine Wohnung wegen Eigenbedarfs für meine Tochter zu kündigen.
Ich habe diesen Schritt nicht leichtfertig gemacht – aber ich wusste: Wenn ich’s tue, dann muss es rechtlich wasserdicht sein und menschlich fair.


1. Rechtlich sauber: Was der Gesetzgeber verlangt

Eine Eigenbedarfskündigung ist laut § 573 BGB möglich, wenn der Vermieter die Wohnung für sich selbst oder nahe Angehörige benötigt. Dazu zählen:

  • Kinder und Enkel
  • Eltern und Schwiegereltern
  • Geschwister in Ausnahmefällen
  • Ehe- und Lebenspartner

Wichtig: Der Bedarf muss konkret und nachvollziehbar sein – ein „vielleicht irgendwann mal“ reicht nicht.

Ich habe in meinem Fall alles dokumentiert:

  • Studium der Tochter in der Stadt
  • Aktuell überteuertes WG-Zimmer
  • Wunsch nach einem stabilen Wohnumfeld für Prüfungsphasen

2. Die Kündigung – schriftlich, konkret, begründet

Ich habe die Kündigung schriftlich auf Papier verfasst – mit eigenhändiger Unterschrift, per Einwurf-Einschreiben verschickt.

Der Inhalt war klar gegliedert:

  1. Nennung des Kündigungsgrundes (Eigenbedarf für meine Tochter)
  2. Genaue Person mit Verwandtschaftsgrad
  3. Klarer Bedarf mit Zeitangabe („Einzug zum 01.10.2024 geplant“)
  4. Angebot zum Gespräch über Alternativen oder Aufschub

Ich habe die gesetzlichen Kündigungsfristen beachtet – in meinem Fall 6 Monate, da das Mietverhältnis über 5 Jahre bestand.


3. Persönliche Kommunikation – mein wichtigster Hebel

Trotz des formellen Schreibens habe ich den persönlichen Kontakt gesucht. Ich wollte vermeiden, dass der Mieter sich „hinausgeworfen“ fühlt.
Ich habe ein Gespräch angeboten, persönlich erläutert, warum ich den Schritt gehe, und betont, dass ich keine andere Möglichkeit sehe, meiner Tochter ein sicheres und bezahlbares Zuhause zu bieten.
Ergebnis: Zwar war der Mieter nicht begeistert – verständlich. Aber durch die klare Kommunikation und ein faires Zeitfenster verlief der Auszug ohne Streit und ohne juristischen Ärger.


4. Was ich dem Mieter angeboten habe

Um den Übergang zu erleichtern, habe ich zusätzlich angeboten:

  • Hilfe bei der Wohnungssuche über mein Netzwerk
  • Mieterhöhung für die letzten Monate ausgesetzt
  • Flexible Übergabe, falls er früher auszieht

Das war kein Muss – aber ich wusste: So nehme ich die Schärfe aus der Situation. Und ja, es hat sich gelohnt.


5. Häufige Fehler – die ich bewusst vermieden habe

  • Unklare Begründung: „Eigenbedarf irgendwann“ zieht nicht
  • Keine namentliche Benennung: Immer angeben, WER einziehen soll
  • Fristen falsch berechnet: Immer Mietdauer prüfen
  • Formfehler: Kündigung muss schriftlich erfolgen – E-Mail reicht nicht

Ich habe mir vorab einen Fachartikel und ein Musteranschreiben von Haus & Grund besorgt – das hat enorm geholfen.


Eigenbedarf ist heikel – aber mit Respekt machbar

Ja, es ist ein schwieriges Thema. Niemand kündigt gern. Aber wenn man’s tun muss, dann sollte man es rechtlich fundiert, menschlich fair und klar nachvollziehbar machen.
Für mich war es am Ende die richtige Entscheidung – meine Tochter konnte einziehen, der Mieter fand dank etwas Unterstützung zügig eine neue Wohnung, und der gesamte Ablauf verlief ohne Anwalt und ohne Streit.
Im nächsten Beitrag zeige ich dir vielleicht, wie ich Besichtigungen bei Neuvermietungen effizient organisiere – ohne Stress, ohne Massenandrang, aber mit Top-Ergebnissen.